Aktuelle Verlautbarung durch Propst Dr. Peter Fabritz zur Umsetzung der CoronaSchVO in der Pfarrei St. Clemens

Liebe Schwestern und Brüder in unserer Pfarrei St. Clemens,

liebe Besucherinnen und Besucher unserer Kirchen und Gemeindeheime!

Ausgangspunkt
Das Corona-Virus Covid-19 hat in Deutschland bisher weniger verheerende
Auswirkungen gehabt als in manchen anderen Ländern. Grund hierfür ist u. a.
die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln, die weiterhin für alle gelten. Die Ermöglichung von Kontakten und Versammlungen und die Anpassung der Hausordnung in kirchlichen Gebäuden an die Corona-Schutzordnung des Landes NRW vom 15. Juli 2020 bedeutet in keiner Weise, dass das Virus nicht weniger gefährlich ist.

Der Schutz der eigenen Person und der Beschäftigten, aber auch der Nutzer der verschiedenen kirchlichen Einrichtungen und ihres privaten und beruflichen Umfeldes vor einer Ansteckung mit Covid-19 hat weiter einen entscheidenden Stellenwert.

Diesbezügliche Abwägungen, verbunden mit dem ebenfalls berechtigten
Wunsch, den Mitgliedern der Pfarrei und anderen Interessierten wieder Orte
der gemeinsamen Glaubensausübung und der Begegnung zu geben, müssen
sich nach dieser grundlegenden Vorgabe richten.

Die Schritte zur Wiederherstellung des gesellschaftlichen und gemeindlichen
Lebens, die grundsätzlich wünschenswert sind, müssen, soweit möglich,
kontrollier- und korrigierbar bleiben. Die Verantwortlichen sollten sich
insbesondere die nötige Zeit für die Planung und Vorbereitung geben. Bei den
Planungen sollten immer die Fragen eine Rolle spielen, welche Treffen
zwingend sind, welche gewollt und ob diese auch in anderer Form oder an
anderem Ort stattfinden können.

Gottesdienste
Gottesdienste in den Kirchen der Pfarrei St. Clemens werden seit Juni wieder gefeiert. Gottesdienste in Krankenhaus- und Altenheimkapellen sind vorerst nicht bzw. nur in sehr kleinem Kreis vorgesehen (im AZ St. Clemens).
Zwischen den Personen, die an einem Gottesdienst teilnehmen, ist ein Abstand
von mind. 1,5 Metern verpflichtend. Eine Ausnahme kann für Mitglieder einer
Familie, die Begleitung minderjähriger oder betreuungsbedürftiger Personen
oder Personen aus maximal 2 Haushalten gemacht werden. Kleinere Kinder
und betreuungsbedürftige Personen sollte man allerdings auf jeden Fall bei den
Eltern bzw. den Begleitpersonen sitzen lassen. Aus dem Abstandsgebot und der
Größe der jeweiligen Kirche ergibt sich eine begrenzte Anzahl von Personen,
die am Gottesdienst teilnehmen können. Bei der Teilnahme an Gottesdiensten,
die im Freien stattfinden, ist ebenfalls ein Abstand von mind. 1,5 Metern
verpflichtend. Bei allen Gottesdiensten ist ggf. eine vorherige Anmeldung
notwendig.
Beim Betreten und Verlassen und bei Bewegungen innerhalb der Kirche (z.B. beim Kommuniongang) besteht Maskenpflicht. Das Tragen eines Mund/Nasenschutzes während des Gottesdienstes wird empfohlen.
Bei der musikalischen Gestaltung sollte weiterhin vorrangig Instrumentalmusik
in den Gottesdiensten eingesetzt werden, da es zur Infektionsgefahr durch
Gesang noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt. Auch
wenn kein generelles Gesangsverbot besteht, benenne ich hier zwei Punkte,
die aktuell unbedingt in allen Gemeinden vorkommen müssen: Keine ausliegenden Gesangbücher und kein Gemeindegesang.

Im Gegensatz zur Handdesinfizierung wird Flächendesinfizierung unterschiedlich bewertet. Den Gemeinden ist von Seiten der Kirchengemeinde Flächendesinfektionsmittel in Sprühflaschen zur Verfügung gestellt worden. Hiermit können die entsprechenden Kontaktflächen wie z. B. Sitzflächen, Kniebänke, Türgriffe, Kerzenständer etc. behandelt werden.

Bei Gottesdiensten im Freien gelten die gleichen Regelungen wie in Kirchengebäuden. Hygiene- und Abstandsverhalten gilt während des Gottesdienstes sowie beim Zutritt und Verlassen des Geländes. Auch draußen ist der Abstand von mindestens 1,5 m einzuhalten. Der Gottesdienstort muss umgrenzt sein und kontrollierbare Ein- und Ausgänge haben. Eine Obergrenze für die Teilnahme an Freiluftgottesdiensten gibt es nicht. Größe und Umgrenzung des Geländes ergeben allerdings eine natürliche Obergrenze. Das Hinterlassen von Kontaktdaten soll ermöglicht werden.

Kirchliche Gebäude und Veranstaltungen
Die Gemeindeheime in der Pfarrei St. Clemens werden wieder geöffnet. Bei den Überlegungen für eine Öffnung ist aber zu beachten, dass nicht alle Aktivitäten und Veranstaltungen zulässig sind und für Veranstaltungen unterschiedliche Vorgaben zu beachten sind. Für Gruppen, die das jeweilige Gemeindeheim nutzen, wird die Abstandsregelung von mind. 1,5m noch lange gelten. Für die Räume sollten daher Fragen, wie die folgenden, geprüft und die
Ergebnisse festgehalten werden:
Wie groß sind vorhandene Räume? Wie viele Personen passen unter Einhaltung
der Abstandsregelungen hinein (bei welcher Sitzordnung)? Welche Gruppen
hätten überhaupt noch Platz in welchen Gebäuden? Wie gut ist die
Belüftungsmöglichkeit für die Räume? Was ist mit den Gängen? Sind sie breit
genug? Kann man ggf. die Laufrichtung vorgeben, um Begegnungen zu
vermeiden? Gibt es mehrere Zugänge, die als Ein-/Ausgang genutzt werden
könnten?

Unabhängig von diesen grundsätzlichen Vorgaben gilt:

- Feste allgemein, Straßen- und Gemeindefeste sind bis 31. Oktober 2020 nicht   zulässig (CoronaSchVO NRW vom 15. Juli 2020)

- Feste aus herausragendem Anlass (z.B. Jubiläen, Hochzeits-/Tauffeiern, Erstkommunionfeiern sind zulässig mit bis zu 50 Teilnehmenden (auf den Mindestabstand sollte - soweit möglich - geachtet werden; Mund/Nasenschutz ist zu tragen)

- Externe Vermietung ist möglich unter der Bedingung der Rückverfolgbarkeit (Listen) und Hygienebestimmungen;

- Kegelbahnen bleiben bis auf weiteres geschlossen (Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln nur schwer möglich)

- Senioren-Cafés und sonstige Treffen aus vorwiegend geselligen Gründen sind leider noch nicht möglich 

Registrierung
Bei jeder Veranstaltung, die in der Pfarrei durchgeführt wird, sollten die
Teilnehmenden mit Kontaktdaten (Telefonnummer, ggf. Adresse) registriert
werden. Dies dient der Feststellung der Kontaktpersonen einer oder eines an
Corona Erkrankten oder ihm Fall eines positiven Corona-Testergebnisses.
Bei Veranstaltungen zur Religionsausübung ist die Teilnahme an der
Registrierung für die Gläubigen freiwillig. Sie sollte jedoch als Schutzmaßnahme
empfohlen werden. Die Listen mit Namen und Kontaktdaten werden unter
Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen aufgebahrt, d. h.
insbesondere in einem abschließbaren Schrank und nicht allgemein zugänglich,
und nach spätestens 4 Wochen vernichtet (Reißwolf).

Sitzungen / Gruppen
Zusammenkünfte und interne Veranstaltungen aus rein dienstlichen Gründen
sind zulässig. Unzulässig sind sie, wenn die Treffen aus geselligen Anlässen
erfolgen. Zulässig sind damit, insbesondere Treffen des Pastoralteams oder des
Pfarrers oder Verwaltungsleiters mit Beschäftigten, um Absprachen für die
Arbeit in der Pfarrei zu treffen.
Zulässig sind Sitzungen von Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und
Gemeinderat, Vorstände oder vorgeschriebene Mitgliederversammlungen von
Vereinen. Zulässig sind auch Treffen von Gremien, die sich aus dem
Kirchenvorstand und dem Pfarrgemeinderat zusammensetzen (z. B.
Steuerungsgruppe für den Pfarreientwicklungsprozess).
Ausdrücklich erwünscht durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und
Soziales ist die Ermöglichung der Durchführung von Selbsthilfegruppen nach
dem 5. Sozialgesetzbuch.

Jugendarbeit
Zulässig sind Angebote im Rahmen der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit. Auch hier sind die Vorkehrungen zur Einhaltung der Hygiene und des Mindestabstands von 1,5 m einzuhalten. Letzteres ist nicht zwingend bei Gruppen von bis zu 10 Personen. Die Rückverfolgbarkeit ist zu sichern.
Die Arbeitsstelle Jugendpastoral im Bistum Essen und der BDKJ hat Hinweise für die Jugendarbeit in den Pfarreien erstellt, die analog auch für die Durchführung von Kommunion- und Firmkatechese angewendet werden sollten.
Nur beispielhaft benannt seien:
-  Die vorherige Information der Erziehungsberechtigten über die Planungen

   und die Einholung ihres Einverständnisses (Klärung, dass Kinder/Jugendliche

   mit Symptomen nicht an den Maßnahmen teilnehmen können)
-  Ständige gute Durchlüftung von Räumen oder Durchführung im Freien
-  Sicherung der Handhygiene und möglichst Verzicht auf Nutzung von Material  

  (z. B. Stifte) durch mehrere Personen
- Einhaltung der Gruppengrößen (max. 10 Personen)
- Verzicht auf Gesang

Verwaltung der Pfarrei und Gemeinden
Für das Pfarrbüro in der Klosterstr. 15 und im Glockenturm, sowie die
Friedhofsverwaltung in der Lindnerstr. 197 gelten wieder die bisherigen
Öffnungszeiten. Ebenso können die Gemeindebüros und Kontaktstellen wieder
öffnen. Für Pfarrbüro, Gemeindebüros und Friedhofsverwaltung gelten die
Hygiene- und Abstandregeln. Die Büros dürfen von Besuchern nur einzeln
betreten werden. Es besteht Maskenpflicht! Ggf. ist der Kontakt nur durch ein geöffnetes Fenster möglich.

Bücherei
Die Büchereien in der Pfarrei St. Clemens dürfen wieder öffnen. Sie haben den
Zutritt zu regeln und Auflagen zu erfüllen, insbesondere muss erfolgen: eine Besucherregistrierung mit Kontaktdaten,
ú die Reglementierung des Zutritts, damit der Abstand von mind. 1,5m
eingehalten werden kann, Aushänge zur Aufklärung über die Maßnahmen,
ú ggf. Markierung von Abständen vor der Tür für eine evtl. Schlange.
Die Hinweise des Medienforums des Bistums Essen an die Katholischen
Öffentlichen Büchereien sind zu beachten.

Seelsorge vor Ort
Die Mitglieder des Pastoralteams stehen weiterhin für seelsorgliche Anliegen
zur Verfügung und sind über die bekannten Kontaktdaten erreichbar.
Bezüglich Taufen, Trauungen und Beerdigungen bitten wir die betroffenen
Familien um Rücksprache mit dem Pfarrbüro.

 

Liebe Schwestern und Brüder,

wir hoffen weiterhin auf Ihr Verständnis, dass uns in der aktuellen Lage die Gesundheit der Menschen und das Wohl der Familien besonders wichtig sind und wir daher auch schwierige Entscheidungen treffen und gemeinsam verantworten müssen. Dazu bitten wir Sie um Ihre Solidarität und Unterstützung.

Alles, was uns möglich ist, sollten wir tun, um den Schutz und die Gesundheit der Menschen zu sichern.

Möge Gott uns mit seinem Beistand begleiten, um das zu tragen, was uns
derzeit aufgegeben ist. Seien Sie gut behütet und gesegnet!


Oberhausen, 28.08.2020


Ihr Pfarrer
Propst Dr. Peter Fabritz