Holtener Nachtwächter

© Rohmert

Die Holtener Nachtwächter wurden 1985 ins Leben gerufen. Zum Stadtfest für die 675-Jahrfeier wurden die Vereine und Verbände aus Holten gebeten, sich an der Gestaltung des Festes zu beteiligen.

Die Holtener KAB hatte die Idee Nachtwächter darzustellen. Manfred Gipmanns, Norbert Schmitz und Franz Schmitz stellten sie dar. Sie gingen in der Festwoche jeden Abend durch Holten und sangen dabei Lieder. Das kam bei den Leuten so gut an, dass überlegt wurde, wie und zu welchen Anlass man das wiederholen könne. So entstand das Adventsingen, bei dem jedes Jahr für einen guten Zweck gesammelt wird. Gesammelt wird abwechselt für drei Organisationen, dem Friedensdorf, die Lebenshilfe und dem Alsbachtal. Beim Adventssingen ziehen die Nachtwächter an allen Samstagen im Advent durch Alt-Holten, begleitet von zahlreichen Leuten, die auch unterwegs gut verpflegt werden mit Getränken und Schmalzschnittchen.

Die Holtener Nachtwächter sind seit 1995 auch Mitglied der Europäischen Nachtwächter- und Türmerzunft, wo Nachtwächter und Türmer aus neun verschiedenen europäischen Ländern angeschlossen sind. In der Zunft gibt es 137 aktive Nachtwächter und Türmer, die sich einmal im Jahr immer in einem anderen Mitgliedsort treffen.

Nachdem Franz Schmitz verstorben war und Manfred Gipmanns 2011 mit dem Nachtwächter-Dienst aufgehört hat, sind 2012 Dennis Herrmann und Thorsten Rohmert dazu gekommen. Im Januar 2016 verstarb auch Norbert Schmitz, so das jetzt von den Gründern keiner mehr durch Holten zieht. Mit Manfred Gipmanns starb im November 2017 der letzte der urprünglichen Nachtwächter.

Der letzte hauptamtliche Nachtwächter hieß Gerd Heift. Er erhielt 1912 vom damaligen Holtener Bürgermeister den Auftrag, abends die Laternen anzuzünden und morgens wieder zu löschen. Außerdem musste er nach Feuerstellen Ausschau halten. Dafür erhielt er sieben Taler im Monat. 1928 wurde seine Tätigkeit nach der Eingemeindung Holtens eigestellt.