© K. Sokolowski-Tinten

Figur der Hl. Theresia

Der 18. Oktober ist der Weihetag unserer Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu. Seit dem diesjährigen Weihetag steht in unserer Kirche nun eine Figur der hl. Theresia von Lisieux. Der Künstler Jürgen Suberg aus dem Sauerland, der auch schon die Marienfigur in unserer Kirche geschaffen hat, hat diese Darstellung der hl. Theresia gestaltet. Am Sonntag, dem 23. Oktober, haben wir im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes für die Figur den Segen Gottes erbeten und sie eingeweiht.

Die hl. Theresia ist nur 24 Jahre alt geworden. Aber trotz dieses jungen Alters hat sie in ihrem Leben alle Grunderfahrungen des menschlichen Lebens erfahren und durchlitten, die ein Leben ausmachen können: Krankheit, Verlust, Trennung, Angst, aber auch Nähe, Vertrauen, Sehnsucht und Liebe.

Schon früh hat sich in ihr der Wunsch geregt, ins Kloster zu gehen. Vielleicht zu früh. So ist ihr der Eintritt zwei Mal verweigert worden. Aber mit 16 Jahren ist sie nach starkem Drängen ihrerseits dann bei den Karmelitinnen von Lisieux eingekleidet worden. 

Wenn auch manches, was sie aufgeschrieben und verfasst hat, für unsere heutigen Ohren zu süßlich und vielleicht zu „frömmlerisch“ klingt, hat sie uns mit ihrem so genannten „kleinen Weg“ einen wichtigen Weg gewiesen, Gott und sein Wirken in dieser Welt zu entdecken und zu leben. Der Kern ihrer Frömmigkeit besteht darin, in Jesus Christus Gott über alles zu lieben. Sie wollte Gott lieben, wie er noch nie geliebt worden ist. Das klingt sehr groß und fast ein wenig überheblich, aber für sie bedeutete das, den Weg der Einfachheit zu gehen und Gott in den kleinen und einfachen Dingen des alltäglichen Lebens zu lieben: ob beim Waschen und Putzen, ob beim Kochen und Abspülen, ob im beruflichen Alltag oder in der Freizeit, ob in der Begegnung mit anderen Menschen oder im stillen Gebet. Sie tat alles in dem Glauben und in dem Bewusstsein, dass Gott da ist. Eine innere Haltung, die auch für uns heutige Christen immer wieder neu eingeübt werden will. 

Dahinter steckte auch ihre Sehnsucht, sich wie ein Kind angstlos in die Arme des Vaters übergeben zu können. Damit rührt sie an die Sehnsucht eines jeden Menschen, sich fallen lassen zu können und aufgehoben zu wissen - ob in den Armen eines anderen Menschen oder in den Armen Gottes, was für die hl. Theresia untrennbar zusammen gehörte.

Nicht nur, aber auch wegen ihres „kleinen Weges“ ist die hl. Theresia zur Kirchenlehrerin erhoben worden. 

Kurz vor ihrem Tod hat Theresia gesagt: „Nach meinem Tod will ich es Rosen regnen lassen.“ Und schon bald wurden ihr Wundertaten zugeschrieben. Deshalb gehört zu ihren Attributen die Rose.

Möge sie auch uns mit der ein oder anderen Rose bedenken …

H.-W. Hegh, Pastor