Sternsinger-Aktion 2020 in St. Clemens

Foto F. Giesche

„Frieden! – im Libanon und weltweit“,

so lautet das diesjährige Motto der Sternsinger-Aktion.

Auch 2020 findet wieder die Sternsinger-Aktion auf dem Gebiet unserer Gemeinde in Sterkrade statt. Hierbei sind alle interessierten Kinder und Jugendliche herzlich eingeladen gemeinsam Spenden für Not leidende Kinder weltweit zu sammeln und den weihnachtlichen Segen in die Haushalte unserer Gemeindemitglieder zu bringen.

Gleichzeitig stehen natürlich aber auch der Spaß und die Gemeinschaft mit den anderen Sternsinger*innen im Vordergrund unserer Aktionstage. Dabei ist die KjG St. Clemens maßgebend an der Organisation in unserer Gemeinde beteiligt.

Im Fokus der Sternsinger-Aktion steht 2020 deutschlandweit der Libanon und der Frieden in diesem Land. Vor einigen Jahren herrschte dort ein schrecklicher Bürgerkrieg mit 90.000 gestorbenen Menschen. Noch heute gibt es in den Nachbarländern des Libanons Krieg. Durch die gesammelten Spenden möchte sich das Kindermissionswerk „Die Sternsinger” mithilfe seiner Projektpartner dafür einsetzten, dass die Menschen und insbesondere Kinder dort langfristig friedlichen mit einander leben, lernen und arbeiten können.

Termine im Überblick

  • Samstag, 04. Januar 2020
    • 09:30-ca. 18:00 Uhr: 1. Aktionstag
  • Sonntag, 05. Januar 2020
    • 10:45-11:15 Uhr: Vorbereitung auf die Sternsingermesse
    • 11:15-12:30 Uhr: Sternsingermesse
    • 12:30-ca. 18:00 Uhr: 2. Aktionstag
  • Freitag, 10. Januar 2020
    • 16:00-ca. 18:00 Uhr: 3. Aktionstag
  • Samstag, 11. Januar und Sonntag, 12. Januar 2020
    • jeweils 09:30-ca. 18 Uhr: 4. und 5. Aktionstag

 

Krippenfahrt 2020 nach Aachen

Foto A. Gertz

Am 11. Januar 2020 trafen sich 54 Personen aus der Propsteigemeinde St. Clemens sowie benachbarter Gemeinden zur mittlerweile 4. Krippenfahrt, die dieses Mal die alte Kaiserstadt Aachen zum Ziel hatte.

Pünktlich um 7.30 Uhr setzte sich der Bus in Bewegung und erreichte gegen 9.40 Uhr schließlich das erste Ziel, den Aachener Stadtteil Burtscheid. Dieser Stadtteil - erst 1897 nach Aachen eingemeindet -und von der Aachener Altstadt nur durch die Eisenbahnlinien getrennt, beherbergt zahlreiche Kurkliniken, die teilweise die Heilquellen nutzen. In Burtscheid befinden sich insgesamt 11 Heilquellen, die wärmste erreicht eine Temperatur von 73 Grad.

Am klassizistischen Rathaus vorbei zum barocken Abtei-Tor von 1644 erreichten die Pilgernden schnell die ehemalige Stiftskirche St. Johann Baptist, einen Barockbau des 17. Jahrhunderts. Eindrucksvoll waren hier die achteckige Kuppel, die Apostelfiguren sowie der barocke Hauptaltar, der ursprünglich aus dem Aachener Dom stammt. An der Krippe wurde die erste Andacht gehalten.

Weiter ging es zur Michaelskirche, wo zunächst das obligatorische Gruppenbild gemacht wurde.

Anschließend besuchten wir die hübsche Barockkirche mit ihren eindrucksvollen Altären (Hauptaltar sowie Marienaltar aus Lüttich und Josefsaltar aus Spanien). Auch in der Michaelskirche hielten wir eine Andacht an der Krippe.

Gemeinsam ging es zum Burtscheider Markt. Die ersten 100 Meter gestalten sich für den Busfahrer schwierig, da die Gassen in Burtscheid eng und steil sind. Nach Erreichen der Hauptstraße waren wir aber schnell in der Aachener Altstadt

Zunächst liefen wir zum Elisenbrunnen, einer Brunnenanlage aus preußischer Zeit, benannt nach Elisabeth Ludovica von Bayern, preußische Königin, genannt Elise. Keiner der Mitfahrenden traute sich, von dem nach faulen Eiern stinkenden, schwefelhaltigen, Heilwasser zu probieren. Einige Mutige hielten zumindest eine Hand unter den Wasserstrahl. Peter Fabritz berichtete über einen Papst, der einst als Ordensbruder in Sterkrade keinen Einlass fand, aber zu den Aachener Badegästen zählte.

Durch den Elisengarten (mit Blick auf das Archäologische Fenster) kamen wir zum Brunnen „Kreislauf des Geldes“ mit seinen  Brunnenfiguren Geiz, Gier und Großzügigkeit. Anschließend liefen wir zum Münsterplatz. Hier stoppten wir an der Mariensäule, an der die Heiligen Maria, Michael und Foillan jeweils in Richtung „ihrer“ Kirchen angeordnet sind. Der vierte Heilige, Vincenz von Paul, steht in Richtung Sparkasse; laut Peter Fabritz ein Indiz für die Großzügigkeit der Sparkasse.

Wir sahen nun schon die ersten Bauabschnitte des Münsters, Chorhalle, Oktogon und Ungarnkapelle; und liefen zunächst am Spatzenbrunnen („Möschebrunnen“) vorbei in Richtung Fischmarkt. Hier erblickten wir das Grashaus, das älteste Rathaus Aachens mit Darstellung der sieben Kurfürsten und das Dreikaiserhaus von 1888.

Originell wirkte schließlich der „Fischpüddelchen-Brunnen“. Der nackte Junge führte vor rund 100 Jahren zu einem handfesten Skandal; so wurde er rund 5 Jahre in einem Museum versteckt, ehe er wieder an seinen Standort kam, diesmal von einem Wachmann bewacht.

Im Domhof versuchten die meisten Reisenden die Dombausage nachzuvollziehen. Fast jeder suchte nach dem Daumen und schaute nach den Rissen in der Dom-Tür. In der Folge wurde auch noch der „Wolf“, in Wirklichkeit eine Chimäre, eine Mischung aus Bär und Wolf, begutachtet sowie die Pinie, die angeblich versteinerte Seele des Wolfes.

Und schon war der prächtige Innenraum des Doms erreicht. Einzigartig erschienen die Pfalzkapelle mit ihrem orientalisch-byzantinischen Erscheinungsbild, der Barbarossaleuchter aus dem 12. Jahrhundert und die Chorhalle, das „Glashaus Aachens“ bzw. der „Gläserne Schrein Karls des Großen“.

Hier befanden sich der Marienschrein mit den Aachener Heiligtümern (Windeln Jesu, Kleid Mariens, Enthauptungstuch Johannes des Täufers und Lendenschurz Jesu) sowie das Grab Karls des Großen nebst prachtvoller Kanzel, Ambo und Strahlenkranzmadonna. Hübsch auch das Gnadenbild, eine Madonnenfigur, die regelmäßig neue Kleider angezogen bekommt und daher als reichste Frau Aachens gilt.                         

Um 12 Uhr hielt Peter Fabritz eine Andacht in der Nikolauskapelle; im Anschluss besuchten wir die eindrucksvolle Domkrippe.

Gemeinsam gingen wir zum Aachener Brauhaus „DEGRAA“, um gemeinsam zu Mittag zu essen. Besonders lecker ist das „Ochener Lager“, ein würziges Bier.

Ab 14.15 Uhr erfolgte die Fortsetzung unseres Stadtrundgangs. Über den Elisengarten kamen wir zur Foillanskirche, einer gotischen Kirche, die nach schweren Kriegszerstörungen modern aufgebaut ist. Eindrucksvoll waren hier das moderne Gewölbe, das Glasfenster mit Szenen aus der Offenbarung des Johannes sowie Bilder aus den Jahren 1901/02 „Die Hochzeit von Kanaa“ und die „Grablegung Jesu“ sowie eine Madonna mit Kind aus der Rubens-Werkstatt. An der Krippe erfolgte eine weitere Andacht.

Im Katschhof bewunderten wir die monumentalen Gebäude von Dom und Rathaus. Dieser Bereich ist die historische Keimzelle der Kaiserstadt. Nur vom Katschhof lassen sich die einzelnen Bauteile des Doms richtig wahrnehmen: die zentrale Pfalzkapelle, das gotische Chorhaus, der Kirchturm mit der Brücke sowie die Kapellen. Auf der anderen Seite sahen wir das prachtvolle Rathaus mit seinem gewaltigen Treppenturm sowie dem Granusturm und dem Marienturm mit dem Glockenspiel.

Über die obere Krämerstraße gelangten wir schließlich auf den Marktplatz. Hier sahen wir den Karlsbrunnen mit dem Standbild Karls des Großen, das Hotel Löwenstein mit der goldenen Johannes-Nepomuk-Statue und die imposante gotische Marktseite des Rathauses mit der Darstellung Jesu über dem Haupteingang und Darstellungen sämtlicher deutscher Kaiser.

Nun war für die Mitreisenden „Freizeit“ angesagt. Etwa die Hälfte der Gruppe besuchte das Rathaus, um die  Werkmeisterküche, den Friedenssaal, den Roten Saal und den Weißen Saal, der als Standesamt dient zu bestaunen.

 Im 2. Stock befand sich schließlich der riesige Krönungssaal, der im Mittelaltar als größter und schönster Festsaal galt und der noch heute die prächtige Kulisse bei der Verleihung des Karlspreises abgibt.  An der Wand grüßten drei Wappen, das des Hl. Römischen Reichs, das der Stadt Aachen und das Fantasiewappen Karls des Großen.

Andere Fahrtteilnehmer nutzten die Pause für einen kleinen Shoppingbummel, insbesondere den Kauf der berühmten Aachener Printen, oder besuchten eines der schönen Altstadtlokale oder Cafés am Hühnermarkt oder im Hof.

Um 16.15 Uhr traf sich die Gruppe schließlich auf dem Marktplatz. Letztes Ziel ist die Nikolauskirche auf der Großkölnstraße. Diese mittlerweile für Citypastoralzwecke dienende ehemalige Franziskanerkirche beherbergt eine hübsche Barockausstattung. Der bei einem Brand zerstörte Hauptaltar ist mittlerweile rekonstruiert, lediglich die Bildtafeln sind noch zu ergänzen.

Im Januar wurde die Kirche als Ausstellungsort von Krippen genutzt. Insgesamt sind rund 30 Krippen zu bewundern; originell wirkt die „Motorradkrippe“, bei der die „Heilige Familie“ und die „Drei Weisen aus dem Morgenland“  als Motorradfahrer dargestellt sind.

In der Kirche hielten wir schließlich unsere letzte Andacht und sangen zum krönenden Abschluss eines schönen Tags „O du fröhliche“.

Über den Marktplatz, die Krämerstraße gingt es durch den Elisenpark zurück zum Bus. Auf dem Weg sahen wir noch die hübschen Platzanlagen „Hühnermarkt“, „Hof“ sowie den „Puppenbrunnen“, dessen zahlreiche Skulpturen Teile der Aachener Stadtgeschichte wiedergeben.

Nach einer zügigen Rückfahrt war gegen 19.15 Uhr Sterkrade erreicht. Die Hälfte der Reisenden nutze noch die Möglichkeit zu einem „Absacker“ im Klumpen Moritz. Ein schöner Tag mit vielen Eindrücken ging zu Ende.

 

Andreas Gertz