Barbarafest

Am 4. Dezember 2017, dem Barbaratag, feierte unsere Gemeinde St. Barbara ihr Patronatsfest und gedachte der Märtyrerin des 3. Jahrhunderts, die für ihre Hinwendung zum Christentum der Legende nach von ihrem Vater in einen Turm gesperrt und später von ihm selbst enthauptet wurde. 1906 war die damalige „Notkirche" bei ihrer Einweihung unter den Schutz dieser Heiligen, der Schutzpatronin der Bergleute, gestellt worden.

Das Patronatsfest war ein wenig von Wehmut geprägt. 2018 wird mit der benachbarten Zeche Prosper-Haniel das letzte Steinkohlenbergwerk im Ruhrgebiet schließen. Damit endet nicht nur eine Epoche der Industriegeschichte des Ruhrgebiets, sondern auch der eng mit dem Bergbau verbundenen Gemeinde St. Barbara.

Wie in den vergangenen Jahren nahmen an dem Gottesdienst als Zeichen der Verbundenheit mit der Heiligen Barbara auch Bergleute in ihrer Arbeitskleidung und die aus ehemaligen Steigern bestehende Ehrengarde des Bergwerks Prosper-Haniel in ihren traditionellen Uniformen teil.

Der Gottesdienst klang mit der Bergmannshymne „Glück auf, der Steiger kommt“ aus. Mit musikalischer Unterstützung der Bergwerkskapelle Prosper-Haniel stimmten die vielen Gottesdienstbesucher in das „Steigerlied“ ein, das die Hoffnung der Bergleute zum Ausdruck bringt, nach der harten und gefährlichen Arbeit im Bergwerk wieder ans Tageslicht und zu ihren Familien zurückzukehren.

Am Ausgang der Kirche standen frisch geschnittene Kirschzweige, die sog. Barbarazweige, als Zeichen des Lebens und der Hoffnung für die Gottesdienstbesucher bereit. Bei Wärme erblühen die totgeglaubten Zweige, machen enttäuschten Menschen Mut und schenken Kraft.

Beschlossen wurde der Abend mit einem gemütlichen Beisammensein im vollen Gemeindesaal auf Einladung der Bergleute und der Gemeinde.  Ein Gesprächsthema war, welchen Einfluss das bevorstehende Ende des Bergbaus auf das Barbarafest hat und welche Änderungen künftig notwendig werden. Helfen kann dabei das Motto der Ehrengarde: „Tradition ist das Bewahren des Feuers und nicht die Anbetung der Asche“.

W. v.d.H.