Das Jubiläumsjahr 1987

Seit Anfang 1987 haben wir in unserer Kirche eine Ikone, die "Mutter vom guten Rat" darstellend. Sie wurde gemalt von Herrn Monsignore Geulen aus Oberhausen und hat ihren Platz im rechten Querschiff gefunden. Sie lädt ein zum Gebet und Ausruhen von der Hetze des Tages. Gleich daneben finden wir beim Besuch der Kirche zwei restaurierte Reliefs, Reste des ursprünglichen Hochaltares. Dargestellt ist das Abendmahl und die Kreuzigung Christi. 
In unmittelbarer Nähe sehen wir 4 Holztafeln, die noch von der entfernten Kanzel übrig geblieben sind. Dargestellt sind die 4 Evangelisten. Diese Erinnerungsstücke machen es leicht, frühere Jahre wieder gegenwärtig zu machen.

Kanzelfiguren
Kanzelfiguren
Jesus
Matthäus
Markus
Lukas
Johannes
 

Der Glanzpunkt dieses Jahres war wohl der Besuch des Hl. Vaters im Bistum Essen. Am Stadtrand von Oberhausen war der Past zu Gast auf der Zeche Prosper Haniel in Bottrop.
Das Wetter war miserabel und trotzdem harrten die Menschen aus, um dabei zu sein, wenn er mit dem schwer arbeitenden Bürgern des Ruhrgebietes sprach und sie wurden nicht enttäuscht. Er wußte um die Ausweglosigkeit der vielen Arbeitslosen hier im Revier und apßpellierte an alle, die dazu die Möglichkeit haben, Mittel in Bewegung zu setzen, damit dieser Zustand bald ein Ende habe.
"Arbeit", sagte er, "darf nicht das Privileg nur eines Teiles der Menschheit sein. Jede Situation, die den Menschen von der Arbeit und ihrem Ertrag ausschließt, ist des Menschen unwürdig. Unverschuldete Arbeitslosigkeit wird zum gesellschaftlichen Skandal, wenn die zur Verfügung stehende Arbeit nicht gerecht verteilt und der Ertrag der Arbeit nicht auch dazu verwendet wird, neue Arbeit für möglichst Alle zu schaffen!"
Weitere Stationen in unserem Bistum waren Kevelaer und Essen. Absoluter Höhepunkt seines Besuches in unserem Bistum war der Gottesdienst im Gelsenkirchener Parstadion. 85.000 Menschen nahmen teil an der hl. Meßfeier und hörten auf sein Wort.
Der erste Besuch eines Papstes im Ruhrgebiet wird allen, die ihn verehren, unvergessen bleiben.

Vom 19. bis 26.9.1987 war eine Festwoche, in der wir mit einem reichhaltign Programm das 80-jährige Jubiläum unserer Kirch gebührlich feierten.
Zur Freude der ganzen Gemeinde wurde der 2. Bauabschnitt des Parrzentrums rechtzeitig fertiggestellt und konnte am 25.9. im Anschluß an ein feierliche Pontifikalamt von Herrn Weihbischof Wolfgang Große geweiht und seiner Bestimmung übergeben werden.

Das Jahr geht nun zu Ende.
Zwei Weltkriege, traurige, furchtbare, aber auch frohe und glückliche Tage haben das Gesicht der Gemeinde geprägt. Es gibt Falten, die nicht wegzubügeln sind. Es gibt aber auch Erinnerungen an glückliche Erlbnisse, die viel Schmerz und Leid vergessen.
Immer aber ist die Kirche das geblieben, was sie war und bleiben soll; eine Heimstatt für alle Gläubigen in traurigen und frohen Stunden.