Theater – Bretter, die die Welt bedeuten

25jähriges Bühnenjubiläum der Theatergruppe Liebfrauen

Wer hat nicht mal Lust, in die Rolle eines anderen zu schlüpfen? Einmal ganz verrückte Dinge machen zu dürfen, ohne dass jemand strafend guckt? Oder den Bösewicht zu spielen und dafür sogar, Applaus zu bekommen? Oder sich selbst zu spielen, ohne dass die anderen es merken? Wir sind in der glücklichen Lage, das tun zu können.



Von links Thomas Reiners, Carsten Mervar, Nicole Reiners, Frank Witter, Judith Höhnen-Hölscher, Heike Meyer, Heike Witter

1991 hatte Judith Höhnen die Idee, für die Firmlinge der Gemeinde Liebfrauen eine Theatergruppe anzubieten, um die Jugendlichen in der Gemeinde zu halten. Leider fühlten sich nur drei Firmlinge angesprochen und so erweiterte man den Adressatenkreis auf Jugendliche und junge Erwachsene der Gemeinde. Schnell fand sich ein Kreis zusammen und mit kräftiger Unterstützung des damaligen Kaplans Bruder Stephan erfolgte im Februar 1992 die erste Aufführung. „Zehn kleine Negerlein“ von Agatha Christie. Der Erfolg war überwältigend und so machte man einfach weiter. Jetzt 25 Jahre später und nach 12 sehr erfolgreichen Premieren blicken wir auf eine große Entwicklung zurück. Innerhalb der Gruppe sind drei Ehepaare entstanden. Unsere Kinder fahren mittlerweile Auto und helfen uns „Alten“ beim Bühnenaufbau.

Theaterspielen ist bei uns Teamarbeit. Kein Stück lebt von einem einzelnen Darsteller, sondern von der Gesamtkomposition und dem Zusammenspiel aller Schauspieler. Alle müssen nicht nur ihre Rolle beherrschen, sondern auch die des Gegenübers. Alle müssen soweit improvisieren können, dass unvorhergesehene Dinge im Spielfluss überspielt werden können, wenn z.B. jemand seinen Text vergisst oder einfach zehn Seiten überspringt, Koffer nicht an der richtigen Stelle stehen, Telefone nicht läuten oder die Blumendekoration von der Wand fällt. Theaterspielen heißt auch, die Angst zu überwinden, vor so vielen Menschen frei zu sprechen, im Mittelpunkt zu stehen und eventuell etwas nicht so gut zu machen. Diese Angst haben wir überwunden und dafür vor jeder Aufführung eine freudige Erwartung, eine positive Anspannung, eine Spielfreude, die beim Publikum spürbar ist. Es macht Spaß Theater zu spielen, es macht Spaß, mit diesen Leuten Theater zu spielen. Wir sind ein gutes Team.

Eine Aufführung beinhaltet einen immensen Arbeitsaufwand. In den Vorlaufzeiten wird ein geeignetes Stück mit ausreichender Rollenzahl und gut gezeichneten Charakteren gesucht. Dafür werden 20 und mehr Stücke gelesen. Dann beginnt die Probenzeit, die ca. ein Jahr beträgt. Parallel werden die Theaterstellwände tapeziert und gestrichen. In den letzten zwei Monaten vor der Premiere wird es dann hektisch. Beleuchtung muss geliehen, Plakate und Eintrittskarten müssen gedruckt und verteilt, Texte für Zeitungen geschrieben werden. Tausend Leute müssen persönlich zum Kauf einer Eintrittskarte animiert und es muss intensiv geprobt werden.

Zu unserem Bühnenjubiläum haben wir uns wieder ein sehr turbulentes Stück ausgesucht: Hexenschuss oder Der Bandscheiben-Vorfall von John Graham. Am 10./11.03.17 um jeweils 19.30 Uhr im Gemeindesaal Liebfrauen können Sie dem TV Moderator Peter Raven und seiner verhinderten Geliebten Sally Hills dabei zusehen, wie sie mit Hilfe von ausgefallenen Lügen und Verwechslungen durch einen verrückten Tag kommen.

Eintrittskarten können ab dem 13.02.17 bei den Schauspielern oder unter cjhoelscher@web.de bestellt werden.

Wir freuen uns auf Sie!

Judith Höhnen-Hölscher