Und plötzlich wackelt die Erde

Diese Erfahrung haben wir in diesem Jahr in Ecuador gemacht. Ein Erdbeben. Für die Ecuadorianer nur „ein kleines Nachbeben“. Eins von über 2000 nach dem 17. April. Für uns ein nachhaltiges Erlebnis.

Im Juli haben wir uns mit 3 Leuten aufgemacht, um unsere Partnergemeinden La Union und Juan XXIII. in Ecuador zu besuchen. Wie immer haben wir eine übergroße Gastfreundschaft erfahren und viele Neuigkeiten in den Gemeinden gesehen. Gespräche, Treffen mit Gruppen, Besuche in verschiedenen Einrichtungen ließen uns nah bei den Menschen sein.

Doch ein Thema beherrschte alles. Die großen Erdbeben.  Am 17. April ( Stärke 7,8) und  18. Mai (Stärke 6,7) bebte die Erde in Ecuador. Die Küstenregion war besonders hart betroffen. 650 Menschen starben, unzählige Menschen verloren ihr Zuhause.
 

Situation in Chamanga - © Hans Peter Gosselke
Zustand in Chamanga Sommer 2016

Wir haben in den Gemeinden St. Josef Schmachtendorf, St. Johann Holten und St. Marien Rothebusch sofort zu Spenden aufgerufen. Viele Menschen und Gruppen haben geholfen. Bisher kamen fast 8000 € zusammen. Das Geld haben wir direkt an Padre Luis, den ehem. Pfarrer unserer Partnergemeinde La Union, überwiesen. Er koordiniert mit seiner Pfarrcaritas und mit der Diözesancaritas  von Esmeraldas die Hilfe.

Um uns ein Bild von der Situation der Menschen zu machen, fuhren wir im Juli selbst in die zerstörten Orte. Was wir sahen, machte uns sprachlos und traurig. Bis heute ist vielerorts der Schutt der zerstörten Häuser noch nicht weggeräumt. Viele tausend Menschen leben immer noch in Zeltstädten oder unter Planen. Auf Hilfe der Regierung warten sie vergeblich.

Viele Schulen sind zerstört. Die Kinder werden draußen oder in Noträumen unterrichtet.

Aber was wurde mit unseren Spendengeldern gemacht?

In den ersten Wochen nach dem Beben wurden Decken, Zelte und Planen besorgt. Gleichzeitig  hat die Caritas zusammen mit der Diözese Santo Domingo ein Häuserprojekt gestartet. Die Diözese baut in Eigenregie Elemente für Holzhäuser und transportiert sie in die Erdbebengebiete. Dort entscheidet die Pfarrcaritas nach Dringlichkeit, wer das nächste Haus bekommt.

Modell für das Häuserprojekt - © Annette Brautmeier
Modelhaus Ecuador 2016

Ein Haus kostet 1200 US-Dollar. Die Hälfte wird durch Spenden finanziert, die andere Hälfte müssen die Familien selbst zahlen. Das ist natürlich für die meisten nicht zu leisten. Deshalb können sie das Geld in Mini-Raten zurückbezahlen.

Mit unserer Hilfe konnten bisher 11 Häuser gebaut werden. Wir haben versprochen, weiter zu helfen. Es wäre schön, wenn viele mithelfen könnten.

Annette Brautmeier

 

Spendenkonto:

Propstei St. Clemens
IBAN: DE11 3606 0295 6702 1670 17
BIC: GENODED1BBE
Stichwort: Erdbebenhilfe