Gemeindereferentin

Maria Sieche

Seit Oktober 1968 ist Frau Maria Sieche in unserer Pfarre als Gemeindereferentin angestellt. Der Krieg hat sie durch die Flucht im Januar 1945 aus ihrer schlesischen Heimat nach mancherlei Wirren bis ins nachbarliche Bottrop verschlagen, wo sie 1965 mit der Ausbildung als Gemeindereferentin begann. ln den Jahren zuvor hattesie in den Pfarreien St. Josef und St Michael Bottrop als Gruppenarbeiterin in der Jugendarbeit aktiv gearbeitet. Nach dem Anerkennungsjahr ihrer ersten Stelle in St.Elisabeth Gladbeck holte Pastor P. Heitvogt im Oktober 1968 Maria Sieche als Gemeindereferentin nach Herz Jesu. Welche Aufgaben hat Maria Sieche in der Gemeinde?

  • Erteilung des Religionsunterrichtes in den Klassen 3 und 4 an der Postweg- und Melanchthonschule
  • Vorbereitung der Kinder auf die Sakramente
  • Ausbildung der Katecheten und Vorbereitung der Eltern
  • Vorbereitung der Gottesdienste mit Kindern
  • Konvertitenunterricht
  • Krankenbesuche im Krankenhaus
  • Hausbesuche
  • Gestaltung und Leitung von Mädchenfreizeiten
  • Vorträge
  • Meditationen
  • schließlich auch Büroarbeit.

Man sieht, eine Menge Arbeit, die - oberflächlich betrachtet - gar nicht wahrgenommen wird. Respekt vor der Arbeit einer Gemeindereferentin, verbunden mit der Hoffnung, daß M. Sieche noch manches Jahr in Herz-Jesu zum Wohle der ihr Anvertrauten wirken kann.

Kastellanin des Pfarrzentrums

Annemarie Fahnenbruck

Mit der Einweihung und zugleich Übergabe des neuen Pfarrzentrums an die Gemeinde im Juli 1977 wurde Frau Annemarie Fahnenbruck als Kastellanin angestellt. ln den 5 Jahren ihrer Tätigkeit hat sie bewiesen, daß sie die Pflichten, die ihr aufgebürdet sind, zu aller Zufriedenheit voll erfüllt. Veranstaltungen der kirchlichen Verbände wie Tagungen und Gruppennachmittage, Versammlungen und Familienfestlichkeiten verlangen notwendigerweise eine gewisse Vorbereitung und Mitarbeit, die in den Aufgabenkreis von Frau Fahnenbruck fallen. Das Echo der Zustimmung aus der Gemeinde sei ein Dank und eine Ermunterung zugleich, als Kastellanin unseres Pfarrzentrums vielleicht sogar ein Jubiläum zu feiern.

Herz-Jesu - Kirchenchor

Am Anfang der Festschrift ist die Rede gewesen von der Gründungsversammlung unseres Kirchenchores am 8. Mai 1904. Einer alten Chronik entnehmend, war das Lied ,,O Herz Jesu, Sitz der Liebe", das erste mehrstimmige Lied, welches der junge Kirchenchor einstudierte. Anläßlich der Weihe der neuen Pfarrkirche Herz Jesu sang der Chor zum ersten Mal.
1908 war der Chor erstmalig bei einem Dekanatssingen vertreten. Durch den 1. Weltkrieg waren im Herz-Jesu-Chor schmerzliche Lücken gerissen worden, man stand wieder vor einem Neubeginn. Herrn Pfarrer Beurschgens und dem Chorleiter Herrn Erner war der rasche Neuaufbau in erster Linie zu verdanken. Durch kleine Zwistigkeiten und Meinungsverschiedenheiten - Probelokalwechsel von der Gaststätte Bühnen am Postweg in das neu erbaute Vereinshaus Mathildestraße - wurde der Chor in mehrere Lager gespalten. lm Frühjahr 1923 kam Herr Welker als neuer Chorleiter. Herr Bernhard Hüttermann wurde Vizepräses. Die alte Chorchronik erzählt, wie es bald unter dem Gespann Präses, Chorleiter und Vizepräses aufwärts ging. Das Jahr 1924 stand im Zeichen des Dekanatsfestes. das in unserer Pfarre stattfand.
1929 wurde Herr Wilhelm Burgers Vizepräses. Um diese Zeit führte Herr Welker den Gregorianischen Choral im Chor ein. Diese Aufgabe und Tradition unserer Gemeinschaft ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Am 29. September beging der Chor sein Silberjubiläum. Am Abend fand in der Tonhalle ein Festkonzert statt. Höhepunkte im Chorleben waren immer wieder die Dekanatsfeste.
1931 zählte der Chor 78 aktive Sänger. Um das Jahr 1935 bahnte sich bei den Kirchenchören in ihrer Besetzung eine Wende an: aus dem Männerchor wurde ein gemischter Chor. Ohne die Mädchen und Damen, die von da an bis zum heutigen Tage das Chorleben aktiv mitgestaltet haben, wären die häufig unter Beweis gestellten guten Leistungen nicht denkbar. Als besondere Ereignisse seien für die Zeit 1938 das 25jährige Chorleiterjubiläum des Herrn Welker und 1939 die Einweihung der neuen Orgel erwähnt. Herrn Welker ist es in erster Linre zu verdanken, daß der Chor einenso raschen Aufschwung nahm, der mit dem Srngen der ,,Missa Solemnis" von Stockhausen im Rundfunk - imApril 1947 -zum Ausdruck kam.
lm Jahresbericht 1951 wird erwähnt, daß im Chor 110 aktive Mitglieder, 92 Passive und 3 Ehrenmitglieder seien. Am 12. September 1954 wurde das Goldjubiläum begangen. Die ,,Missa Papae Marcelli" kam zur Aufführung, und am Abend im Vereinshaus wurde das Oratorium ,,Das Lied von der Glocke" mit Enthusiasmus von der Pfarrgemeinde aufgenommen.
Nach über 30-jähriger Tätigkeit als Chorleiter, Küster und Organist trat Herr Welker in den wohlverdienten Ruhestand. Der Chor kann sich glücklich schätzen, einen so vorbildlichen Menschen und erstklassigen Fachmann gehabt zuhaben. 1957 wurde Herr Peter Assmann der neue Chorleiter. Er baute neues Repertoire auf und konnte neue Mitglieder für den Chor gewinnen. 1961 bekam Herr Assmann einen anderen Wirkungsbereich. Sein Nachfolger Herr Mathias Müller wurde Oktober 1964 von Herrn Ulrich Jäger abgelöst.

Nach 34 Jahren Amtszeit legte W. Bürgers sein Amt nieder. Sein Wirken für den Chor sollte allen Vorbild bleiben. Aus Dankbarkeit wählte ihn der Chor zum Ehrenvorsitzenden. Mit der Devise ,,Junge Leute müssen in den Vorstand" wurde Herr Hans Verhoecks der neue Vorsitzende. Die erste Bewährungsprobe des jungen Vorstandes war das 65-jährige Chorjubiläum. Aus beruflichen Gründen gab Herr Jäger sein Amt als Chorleiter ab; er ist heute noch Sänger und leitet den Chor bei Abwesenheit des hauptamtlichen Chorleiters.
1974 wurde Herr Wolfgang Schwering unser neuer Chorleiter, nachdem Herr Hummels aus Gesundheitsgründen und Arbeitsüberlastung den Chor nicht mehr weiterführen konnte. ln diesem Jahre beging der Chor in feierlicher Form sein 70jähriges Bestehen. lm April 1975 wurde die neue Orgel eingeweiht. lm Rahmen eines Orgelkonzerts - durchgeführt von Herrn Schwering - konnte die Gemeinde die ganze Klangfülle des neuen lnstrumentes kennenlernen.
Die Weihe des neuen Altares im Februar 1977 und des neuen Pfarrzentrums im Juli desselben Jahres war willkommener Anlaß für den Chor, durch besondere gesangliche Darbietungen mitzuwirken. Zum Schluß dieses Berichtes soll allen Sängerinnen und Sängern sowie allen Freunden und Förderern des Chores gedankt sein für die Mitarbeit im Kirchenchor der Herz-Jesu-Pfarre Sterkrade. Zur ZeiI zähll der Chor 52 aktive Mitglieder. Diese Chorchronik stützt sich auf die Festzeitschrift ,,75Jahre 1904-1979 Herz-Jesu Kirchenchor", zusammengestellt vom derzeitigen Vorsitzenden Hans Verhoecks.

Alten- und Rentnergemeinschaft

Am 7. März 1961 wurde die heutige Alten- und Rentnergemeinschaft, nachstehend ARG genannt, von 20 Männern gegründet. Zum Präses wurde Herr Kaplan Schröer, und zum Obmann Heinrich van Eil gewählt. Die Gemeinschaft nannte sich zuerst lnvalidenwerk. Sie setzte sich zur Aufgabe, das gemeinsame Gebet in besonderen Andachten und anschließend beim gemütlichen Beisammensein im alten Vereinshaus das unterhaltende Gespräch mit Gleichgesinnten zu pflegen.
Es wurde herausgestellt und so ist es noch heute, daß die ARG kein Verein mit Statuten, Paragraphen, festen Beiträgen usw. ist, sondern eine Gemeinschaft, die zu nichts verpflichtet, aber den daran lnteressierten eine Abwechslung im täglichen Lebensablauf bringen sollte.
Zu besonderen Anlässen wurden in den ersten Jahren auch ältere Damen eingeladen, die das Angebot gern akzeptierten. Heute und seit Jahren schon ist es selbstverständlich, daß an allen unseren Zusammenkünften, Betstunden und sonstigen Veranstaltungen Frauen und Männer gemeinsam teilnehmen.
Durch die Teilung der Herz-Jesu-Pfarre ist mit Wirkung vom 15. Mai 1962 eine Anzahl unserer Mitglieder zur Tochterpfarre St. Pius übergewechselt. Dadurch verloren wir auch unseren Präses, Herrn Kaplan Schröer,der an St. Pius Pfarrer wurde. Seitdem ist der jeweilige Pfarrer von Herz-Jesu Präses der ARG.
Wegen Erkrankung legte Obmann Heinrich van Eil, nachdem er bereits einige Zeit durch Wilhelm Kersken vertreten wurde, sein Amt am 1. Oktober 1977 endgültig nieder. Am 8. November 1977 wurde Theodor Flötgen einstimmig zum neuen Obmann gewählt. Auch er mußte im Jahre 1980 wegen Krankheit sein Amt zur Verfügung stellen, was zunächst von Franz Hesselmann vertretungsweise ausgefüllt wurde. Wegen seines hohen Alters wünschte er jedoch, bald entlastet zu werden. So wurde dann auf Vorschlag von Herrn Dechant Heitvogt und Franz Hesselmann am 3. Februar 1981 Theodor Greef einstimmig zum neuen Obmann und zu seinem ständigen Vertreter Josef Hüttermann gewählt.
Nun eine kurze Übersicht darüber, was in der ARG innerhalb eines Kalenderjahres ziemlich regelmäßig geschieht:
Jeden 2. Dienstag, 15.30 Uhr, Betstunde, die von Franz Hesselmann gestaltet wird. Unser Organist ist Otto Kretschmer, soweit er nicht verhindert ist. Anschließend ist gemütliches Beisammensein im Pfarrzentrum. Bei dieser Gelegenheit werden Hinweise gegeben über Vorhaben der ARG, Veranstaltungen der KAB und des Katholischen Stadthauses, soweit sie Senioren betreffen. Den lnteressenten für Stadttheatervorstellungen, sonstige Veranstaltungen usw. werden - soweit möglich - Eintrittskarten vermittelt.
ln der Karnevalszeit wird ein gemütliches Beisammensein nach der Andacht etwas karnevalistisch gestaltet.
Ein Besinnungstag wird in der Fastenzeit für ältere Leute gehalten, bei dem meistens ein auswärtiger Geistlicher zwei Vorträge, in der Regel über ein aktuelles Thema, hält und der mit einer hl. Messe ausklingt.
Jährlich im Monat Mai findet eine Wallfahrt auf Diözesanebene nach Kevelaer statt, die morgens mit einem Pontifikalamt beginnt und am späten Nachmittag mit einer feierlichen Marienandacht endet.
lm Spätsommer oder Herbst wird der übliche Halbtagesausflug zu einem schönen Ziel, meistens verbunden mit der Besichtigung einer religiösen oder geschichtlichen Stätte, durchgefühlt. Zwischenzeitlich finden bei den regelmäßigen Zusammenkünften interessante Lichtbildervorträge statt, die bisher immer guten Zuspruch fanden.
Freunde des Kegelns und Skatspiels haben Gelegenheit, sich an den regelmäßigen Dienstagen entsprechend zu betätigen.
lm Jahre 1981 haben 70 Seniorinnen und Senioren die Betstunden, Zusammenkünfte und sonstige Veranstaltungen der ARG mehr oder weniger häufig besucht; im Durchschnitt waren es immerhin ca. 40 Personen. lch wende mich nun an alle älteren Leser dieser Festschrift und unserer Pfarre, die einsam sind und Kontakt mit anderen Menschen suchen zu einem guten Gespräch, sich doch an den regelmäßigen Betstunden und Zusammenkünften zu beteiligen.

Arbeiter- und Knappenvereins St. Antonius

Als im Jahre 1907 unsere Pfarrgemeinde ein eigenes Gotteshaus bekam, dachte noch niemand an einen selbständigen Arbeiterverein. Wir gehörten weiterhin dem Arbeiterverein St. Josef der Mutterpfarrei St. Clemens an. lm Jahre 1914 unternahmen einige Männer bei dem damaligen Plarrer unserer Gemeinde, Pfr. Holz, den ersten Schritt zur Gründung eines eigenen Arbeitervereins. Auf Grund dieser Besprechung wurde dann mit dem Mutterverein St. Josef bezüglich der Überweisung der Mitglieder aus Herz-Jesu und der Abfindungssumme für den neu zu gründenden Verein verhandelt.
Am Sonntag, dem 22. März 1914 fand dann im Loka lBühnen die Gründungsversammlung der KAB Herz-Jesu statt. ln dieser Versammlung, die der erste Präses, Herr Pfr. Holz leitete, wurde somit der Arbeiterverein gegründet und erhielt laut Beschluß der Versammlung den Namen: ,,St. Antonius Arbeiterverein".
Als ersten Vorstand wählte die Versammlung die Herren. Peter Gammerschlag, Theodor Flötgen, Theodor Klasen, Wilhelm Bürgers, Theodor Victor, Johann Gaisenkersting und Hermann Brinks. Das Amt des Präses bzw. Vorsitzenden hatte Pfr. Holz inne, das Amt des Vizepräses bzw. 2. Vorsitzenden Peter Gammerschlag. Die Versammlung konnte gleich 32 neue Vollmitglieder und 4 fördernde Mitglieder aufnehmen. Damit zählte der Verein mit den Überwersungen aus dem Mutterverein 229 Mitglieder.
Vom Mutterverein wurde dem St. Antonius Arbeiterverein eine Abfindungssumme von 247,50 RM überwiesen. Die von der Diözesanleitung ausgegebenen Satzungen für die Arbeitervereine wurden beraten und von der Versammlung angenommen. Die Versammlung beschloß, daß jeder unbescholtene Arbeiter, der das 17. Lebensjahr vollendet hatte, in den Verein aufgenommen werden konnte. Als Aufnahmegebühr wurden 0,50 RM festgesetzt! Bei Beerdigung eines Mitgliedes wurden 12,- RM für die Gestellung eines Leichenwagens aus der Vereinskasse gezahlt. Ferner wurde ein Seelenamt für den Verstorbenen gelesen.
Es wurden jeweils 50 Mitglieder abgeordnet, dem Toten das letzte Geleit zu geben.
Diese so fruchtbar begonnene Aufbauarbeit der KAB unter Leitung des Präses und seines Vorstandes, wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges empfindlich gestört. Bereits Weihnachten 1914 standen 66 Mitglieder im Feld. Als Beweis der Verbundenheit wurden laufend durch Spenden und Sammlungen aufgebrachte Liebes gabenpakete an die an der Front stehenden Mitglieder geschickt.
Der 21. März 1915 wurde zu einem besonderen Tag in der Geschichte des noch jungen Vereins. An diesem Tag konnte nach Überwindung vieler Schwierigkeiten und durch wirkliche Opferfreude, die erste Fahne des Vereins geweiht werden. ln der Chronik heißt es: ,,Die bereits vorher gewählten Fähnriche Josef Braun, Hermann Dickhoff, Theodor Gammerschlag, Christian Jansen, Johann Lohmann und Johann Tümmers, traten an diesem Tag ihr ehrenvolles Amt an!"
Nach dreijähriger Amtszeit mußte Präses Pfr. Holz aus Gesundheitsgründen sein Amt niederlegen. lm April 1917 wurde als neuer Präses Herr Kpl. Holthausen eingeführt. Die besonderen Bemühungen des neuen Präses galten der Gründung einer eigenen Vereinskapelle. Am 9. November 1919 wurde sie ins Leben gerufen. Zum ersten Leiter der Musikkapelle wurde Paul Dümpelmann berufen. Der Präses setzte sich persönlich für die Beschaffung der lnstrumente ein und brachte durch Haussammlungen und Spenden den Betrag von 1500,- RM auf. Durch ldealismus und eifriges Proben konnte erstmalig am Fronleichnamstag 1921 die Vereinskapelle an der Prozession teilnehmen und so ihrerseits zur Ehre Gottes mitwirken.
Am 21. Mai 1922 wurde der Grundstein fur das kath. Vereinshaus an der Mathildestraße gelegt. Hier war es vor allem auch die Tatkraft der KAB-Männer, die das Haus entstehen ließ.
Nach achtjähriger Tätigkeit als Präses nahm Herr Kpl. Holthausen Abschied von der KAB Herz-Jesu und durch den damaligen Pfarrer Beurschgens wurde Herr Kpl. Classen als neuer Präses eingeführt. Unter seiner und Heinrich Tepeldens Leitung wurde der Verein in ,,St. Antonius Arbeiter- und Knappenverein" umbenannt, um auch die Bergknappen im Verein zu erfassen. Dadurch und durch besondere Werbung erreichte der Verein einen Höchststand von über 600 Mitgliedern. Dieser Stand ist nie wieder erreicht worden.
Am 6. Dezember 1931 wurde in unserer Kirche der St.- Barbara- Kriegergedächtnis-Altar feierlich eingeweiht. Mit der Errichtung dieses Altares hat sich Präses Classen einen dauernden Gedenkstein gesetzt.
Nach neunjähriger segensreicher Arbeit kam auch für diesen Präses der Abschied von Herz-Jesu. Nachfolger als KAB-Präses wurde am 1. Oktober 1933 Herr Kpl. Bley. Dessen Wirken währte nicht lange. Schon im Dezember 1934 wurde er nach Bergheim versetzt. ln einer bewegten Zeit, am 3. Februar 1935, wurde durch Pfr. Beurschgens Herr Kpl. Aretz als Präses eingeführt.
Obwohl die kath. Arbeitervereine durch die damalige Nazi-Regierung verboten wurden und das kath. Vereinsleben zu versiegen drohte, hat es der Präses verstanden, den größten Teil der Mitglieder im Verein zu halten. Wenn auch das Zeichen der KAB nach außen hin nicht mehr getragen werden durfte, so war es jetzt erst recht im Herzen eines jeden überzeugten KAB-Mannes verankert.
Nachdem im September 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach, fand am 29. Oktober 1939 das 25-iährige Stiftungsfest ohne größere Feierlichkeiten statt.
ln den Kriegsjahren fanden nur noch selten Versammlungen statt. Der Verein bewahrte lediglich seinen kirchlichen Charakter. Doch nach dem Zusammenbruch 1945 war die KAB gleich wieder aktiv. Durch die Bemühungen des Präses und seines Vorstandes fing das Vereinsleben wieder an, es fanden wieder Monatsversammlungen und Zusammenkünfte statt. Die Mitgliederzahlen stiegen wieder, und auch die Jugend konnte aktiviert werden, wodurch es zur Gründung einer Werkmannschaft kam.
1951, nachdem er 16 Jahre den Verein als Präses geleitet hatte, schied Kpl. Aretz von uns.
lm März 1951 stellt uns Pfarrer Awick Herrn Kpl. Herzog als neuen Präses vor. Nach dem Krieg hatte sich in der KAB einiges geändert. Jetzt war z.B. nicht mehr der Präses gleichzeitig auch Vorsitzender. Der Vorsitz und damit die weltliche Verantwortung lag jetzt in den Händen des Laien. Der Präses war und ist auch jetzt noch geistlicher Berater und Beistand.
lm Jahre 1954 konnte die KAB Herz-Jesu unter dem Vorsitzenden Fritz Weinforth und dem Präses Kpl. Herzog das 40jährige Stiftungsfest feiern.
10 Jahre später, am 11. Oktober, wurde das 50 jährige Bestehen der KAB gebührend gefeiert. Unter dem Vorsitzenden Helmut Kreyenberg und Präses Pfr. Scheulen wurde eine ganze Festwoche gestaltet. Den Gottesdienst und die Predigt hielt Verbandspräses Monsignore Prälat W. Wöste.
Nachdem das Alsfeld 1962 als neue Gemeinde St. Pius von Herz-Jesu abgetrennt wurde und sich auch in der neuen Gemeinde eine eigene KAB entwickelte, war unsere KAB nicht mehr so qroß. Hatte der Verein im Jahre 1962 noch rd. 250 Mitglieder, so waren es Jetzt, ohne Alsfeld, noch rd. 150 Mitglieder.
Wie in jedem Verein, so gab es in den letzten Jahren auch in unserer KAB ein Auf und Ab. Der Zeitgeist, die Wohlstandsgesellschaft taten ein Übriges. Doch man kann sagen, in den letzten Jahren ging und geht es wieder aufwärts. Hoffentlich gelingt es uns, noch einige neue Mitglieder in unsere Reihen aufzunehmen, so daß wir mit Zuversicht dem 75jährigen entgegengehen können.
Wenn es mancher auch nicht wahrhaben und einsehen will, auch heute noch ist KAB so notwendig wie eh und je. Auch heute noch sollen kath. Arbeitnehmer sich zusammenschließen, um Gemeinschaft zu erleben und sich gemeinsam auf ihre Aufgaben in Kirche und Gesellschaft vorzubereiten, um so die Welt, in der wir leben, mitzugestalten!

hinten v.l. Friedhelm Kölzer, Willi Flöttl, Bernhard Seffern, Heribert Knoop
vorne v.l. Erich Idahl, Pfr. Paul Heitvogt. Heinz Pastoors

Die Schulen im Pfarreigebiet

Der Grundstein zur ersten Schule auf dem Gebiet der  Herz-Jesu-Gemeinde wurde 1896 gelegt, und zwar an der Kronprinz-, der heutigen Erzbergerstraße. Sie war die evangelische Volksschule, die nach dem Kriege den Namen Melanchthonschule erhielt. Als 1968 die Umwandlung in Grund- und Hauptschulen erfolgte, wurde die Melanchthonschule eine GemeinschaftsGrundschule.
Die Pfarrgemeinde hat ein gutes Verhältnis zu der Gemeinschaftsschule, wirken doch dort Lehrkräfte, die grundsätzlich ihre Aufgabe darin sehen, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern den ganzen Menschen zu bilden.Wenn wir als katholische Gemeinde der Konfessionsschule früherer Zeiten ein wenig nachtrauern, wird uns das mit Sicherheit niemand übelnehmen.
Mit der Gemeinde gewachsen und gar verwachsen ist die Postwegschule. Viele Gemeindemitglieder haben dort als ,,i-Männchen" ihre Schulzeit begonnen und denken- je älter sie werden - noch oft an die vergangenen Jahre zurück.
Frau Marie-Luise Löbbert, die seit Jahren als Lehrerin an der Postwegschule tätig ist, hat dankbarer weise folgenden Bericht zusammengestellt:
Die Postwegschule kann auf eine noch ältere Entstehungsgeschichte als die Herz-Jesu-Pfarrkirche zurückblicken. So berichtet die 1898 beginnende Schulchronik, daß wegen Überfüllung der beiden Dorfschulen - Alleeschule und Josephschule - die Errichtung eines lV. kath. Schulsystems notwendig sei. Beschlossen wurde die Erbauung einer neuen Schule mit vier Klassenräumen und einer Lehrerwohnung auf dem Postweg vom Schulvorstand von Sterkrade unter dem Vorsitz des Königl. Orts- und Schulinspektors Herrn Pfarrer Kraneburg und vom Gemeinderat unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeisters von Trotha. Hierfür erwarb die Gemeinde Sterkrade den Platz von zwei preußischen Morgen (5040 qm) aus dem Besitz von Herrn Wilhelm Stevens. Am 14. April 1898 konnten die drei unteren Jahrgänge mit 215 Schülern in das neue Schulgebäude einziehen.

Bereits im Jahre 1900 wurde die Postwegschule mit dem neu erbauten Südflügel um vier weitere Klassenräume vergrößert. Mit 578 Schülern war die Schule 1903 schon 5-stufig. Die zunehmende Bevölkerungs- und somit auch Schülerzahl forderte schon bald die Notwendigkeit eines weiteren Schulgebäudes. Es erhielt seinen Standort ebenfalls auf dem Postweg in der Nähe der Herz Jesu-Pfarrkirche und wurde lnselschule genannt. Mit Schluß des Schuljahres 1913 wurde die Schule aufgeteilt in die sechsklassige Mädchenschule an der Postwegschule und in die sechsklassige Knabenschule an der lnselschule.
Zu diesem Zeitpunkt wurden an den beiden Systemen insgesamt 625 Schüler unterrichtet.
lm April 1939 wurde die Kronprinzschule (heute Melanchthonschule) mit der Postwegschule zusammengelegt. Die vorläufige neue Bezeichnung für beide Schulen lautete Postwegschule I und ll.
Ab August 1943 galt auch für die Stadt Oberhausen die Weisung, die Schulen für die Dauer des Krieges zuschließen. Nach Kriegsschluß wurde der Unterricht am 13. August 1945 wieder aufgenommen. Die Schulleitung übernahm Herr Rektor Kuhlmann, den man 1939 seiner Gesinnung wegen von der Postwegschule entfernt hatte.
Das Jahr 1968 brachte die Umwandlung des Schulwesens in Grund- und Hauptschulen. Die Postwegschule wurde Grundschule. Während die Hauptschulen von Gesetzes wegen als Gemeinschaftsschulen errichtet wurden, mußte für die Grundschulen ein Bestimmungsverfahren durch die Eltern durchgeführt werden. Das Bestimmungsverfahren ergab für die Postwegschule die erforderliche Mehrheit von 80 Prozent für die konfessionelle Grundschule. Sie ist es bis heute noch.
lm Jahre 1983 kann die heutige Postwegschule - 1913 als lnselschule benannt- auf ihr 70-jähriges Bestehen zurückblicken.

Organist und Chorleiter

Wolfgang Schwering

Herr Wolfgang Schwering hat 1973 den Organistendienst in unserer Pfarrei übernommen und ist seit 1974 Chorleiter des Kirchenchores. Er ist Osterfelder Gewächs, absolvierte nach dem Abitur ein Kirchenmusikstudium an der Folkwang-Hochschule in Essen. Nach seinem Kantorexamen 1975 legte er 1979 das Konzertexamen im Fach Orgel ab. 1980 erhielt Wolfgang Schwering den 1. Preis beim lnternationalen Wettbewerb für junge Kirchenmusiker in Fürth bei Nürnberg. Außerdem ist Herr Schwering Dozent für Orgel und Klavier am Bischöflichen Kirchenmusikseminar in Essen. Durch seine Orgelkonzerte hat er der Gemeinde schon manch festliche Stunde bereitet, und es ist zu hoffen, daß der Chorleiter noch lange Zeit sein fachliches Können dem Kirchenchor und somit der Herz-Jesu Pfarre angedeihen läßt.

Küsterdienst

Hildegard Urselmann

Frau Hildegard Urselmann ist seit dem 15. November 1973 als Küsterin in unserer Gemeinde angestellt. lhr obliegen nicht nur die mannigfachen Aufgaben in Kirche und Sakristei, sondern sie versieht auch die hausmeisterlichen Arbeiten um die Kirche; dabei wird sie tatkräftig von ihrem Mann unterstützt. Frau Urselmann arbeitet außerdem noch in der Paramentengruppe mit, die unter der fachkundigen Leitung von Frau Eichelberg Meßgewänder und Ministrantenröcke herstellt. Erst kürzlich konnte der Paramentenverein einen Chormantel überreichen. Den in der Stille und im Hintergrund für die Gemeinde arbeitenden Frauen im Paramentenverein sei an dieser Stelle Dank gesagt.

Kindergarten

Zur Zeit stehen 7 Kindergärtnerinnen im Dienst der Gemeinde. Die Leiterin, Frau Ursula Wiedenau, hat folgende Mitarbeiterinnen: lris Kösters, Regina Weibels, Anni Neiß, Mechtild Theunissen, Marion van de Sand und Lourdes Amaya. lm folgenden Abschnitt stellt FrauWiedenau die Kindergartenarbeit vor:

Wir, d.h. die sieben pädagogisch ausgebildeten Fachkräfte, betreuen in unserem 4-gruppigen Kindergarten jeden Tag 100 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, in der Zeit von 8.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr. Da geht es oft hoch her. Jeden Tag ist etwas Neues los. Einmal in derWoche bringen die Kinder ihr Turnzeug mit, und dann kann man fleißige ,,Sportler" sehen. Auch an den anderen Tagen können die Kinder bei uns viel erleben. Sie haben die Möglichkeit, in kleineren und größeren Gruppen zu spielen, basteln, backen, kneten, schneiden, kleben und vieles andere mehr. Gegen Ende des Kindergartenmorgens wird ein Stuhlkreis gestellt und eine gezielte Beschäftigung mit den Kindern durchgeführt. Das kann eine Liedeinführung, eine Bilderbuchbetrachtung, ein Gespräch oder eine ähnliche Übung sein. Auch am Nachmittag werden altersentsprechende lnteressengruppen für die Kinder, wie Werken und Kochen, angeboten. Besondere Höhepunkte sind Feste und Feiern im Laufe eines Kindergartenjahres. Sie werden von und mit den Kindern vorbereitet und durchgeführt, wie z. B. die Durchführung eines Wortgottesdienstes zu Ostern, anschließend gemeinsames Frühstück und Spielen im Schlußkreis. Wichtig für unsere Kindergartenarbeit ist auch die Zusammenarbeit mit den Eltern. Dies fördern wir durch Elternnachmittage, Hausbesuche, Spiel- und Bastelnachmittage für Eltern und Kinder, Elternfeste und nicht zu vergessen durch Wochenendfahrten für die ganze Familie.

Wir haben versucht, lhnen hiermit einen kleinen Überblick über unsere Kindergartenarbeit zu geben. Sollten Sie noch mehr Fragen haben, würden wir uns sehr über einen Besuch lhrerseits in unserem Kindergarten freuen. Ursula Wiedenau

Caritas in der Pfarrgemeinde

Anna Wischermann

Schon gleich in den ersten Jahren mit dem Aufbau der Pfarrgemeinde Herz-Jesu entfaltete sich auch die Arbeit der ,,Caritas", der Nächstenliebe. Am 8. Dezember 1909 wurde der Elisabethverein gegründet, dessen Aufgabe vorrangig darin bestand, kinderreiche Familien und notleidende Personen zu unterstützen, sie mit Lebensmitteln und Kleidung zu versorgen. Nachdem unter dem Nazi-Regime diese caritativen Tätigkeiten verboten waren, lebte der Verein im November 1946 wieder auf. ln den letzten Jahren zeigt Not vielfach ein verändertes Gesicht: seelische Nöte, die Hausbesuche erforderlich machen, Alten- und Krankenhilfe. Krankenhausbesuche der Helfer werden als wohltuend empfunden. Gar manche Kinder aus unserer Pfarre haben durch die Caritas Ferienfreizeiten erfahren. So muß Caritasarbeit heutzutage den stark veränderten Formen Rechnung tragen, und man kann nur hoffen und beten, daß die Reihe der Helfer nicht lichter wird, sondern sich ständig auffüllt; daß vor allen Dingen Jüngere Zeit opfern, um Notleidende in entsprechender Weise zu betreuen An dieser Stelle sei vermerkt, daß Frau Anna Wischermann etwa 15 Jahre schon den Vorsitz rn der Pfarrcaritas führt. Wir sagen ihr dafür Dank, ebenso ihren 14 Mitarbeiterinnen.

Katholische Frauengemeinschaft

,,Mater Pro Familia - Matres Pro Ecclesia." - Was die Mutter für die Familie, das sind die Mütter für die Kirche.
Diesen Spruch mögen unsere Frauen beherzigt haben, als sie 1907 auch in unserer Gemeinde den ,,Kath.Mütterverein" unter dem Vorsitz von Frau Flesch gründeten; hatte er sich doch in anderen Gemeinden bereits bewährt als eine Gemeinschaft, in der die Frauen sich vertreten fühlten in ihrem Wunsch nach Gleichberechtigung und Anerkennung ihrer Persönlichkeit.
lm ersten Weltkrieg übernahm Frau Antonia Rüter, Postweg, den Vorsitz und trug in dieser Zeit sicher eine große Bürde, denn die Not in der Arbeiterschaft - vornehmlich hier im Ruhrgebiet - war in dieser Zeit besonders groß. Armen und Kranken mußte geholfen werden. Für die leidgeprüften Frauen war es gut zu wissen, daß es eine Gemeinschaft gab, in der ihre Last mitgetragen und dadurch gemildert wurde.
Nach 1920 übernahm Frau Klein-Altekamp von der Reinersstraße den Vorsitz und ahnte sicher nicht, welche schwere ZeiI ihr bevorstand. Besatzungstruppen belagerten unsere Stadt, die lnflation brach herein, Arbeitslosigkeit griff um sich und schließlich kam die NS-Zeit, in der alle Aktionen unterbrochen wurden; lediglich Krankenbesuche konnten noch gepflegt werden. Doch trotz der Erschwernisse blieben die Frauen ihrer Gemeinschaft treu.
Schon bald nach dem 2. Weltkrieg, im Juni 1947, übernahm Frau Antonia Sutmann, Oskarstraße, den Vorsitz. Sie ist die Tochter von Frau Rüter, die schon im 1. Weltkrieg die Geschicke des Vereins geleitet hatte. Frau lngenbold von der Alsfeldstraße stand ihr als 2. Vorsitzende zur Seite. Durch den furchtbaren Krieg war die Not größer denn je. Die Stadt lag in Trümmern, katastrophale Wohnverhältnisse herrschten, Menschen hungerten. Es fehlte an Nahrung, Kleidung, Einrichtungsgegenständen. Mittellose Flüchtlinge kamen aus den Ostgebieten und baten um Aufnahme, Kriegsgefangene kehrten heim. Die Vereinskasse war leer.
Unermüdlich sorgte Frau Sutmann mit ihren treuen Helferinnen für die inzwischen 961 Mitglieder der ,,Kath. Mütter- und Frauengemeinschaft".
Als die größte Not gelindert war, verlagerten sich die Aufgaben. Es konnte an Gruppenarbeit und Weiterbildung gedacht werden. Der erste Frauenkreis wurde gegründet im Herbst 1960. Frau Jezussek vom Postweg übernahm das Amt der Kassenverwalterin.
1962 wurde die Tochtergemeinde St. Pius abgezweigt und es verblieben in unserer Pfarre 596 Mitglieder. Frau lngenbold, die nun zur PIarre St. Pius gehörte, wurde abgelöst von Frau Knümann, Kirchhellener Straße. 1969 kam die Gruppe 60 zum erstenmal zusammen.Nach 24 Jahren legte Frau Sutmann ihr Amt 1971 nieder; mit ihr Frau Knümann.
Den 1. Vorsitz übernahm Frau Hildegard Veerbeck, Feldhofstraße. Den 2. Vorsitz übernahm Frau Sybille Biermann, Mathildestraße. Frau Maria Jacksch, Emilstraße, wurde Schriftführerin und Frau Jezussek blieb als Kassiererin im Amt. 1973 wurde der 2. Frauenkreis gebildet.
lm Januar 1974 wurde Frau Maria Denda, Köperstraße, zur Vorsitzenden gewählt und Frau Else Fischel, Georgstraße, zur 2. Vorsitzenden. Frau Jacksch und Frau Jezussek blieben im Amt. 1974 wurden zwei Handarbeitsgruppen gebildet. 1978 löste Frau Kläre Lambertz, Reinersstraße, Frau Fischel als 2. Vorsitzende ab.
Die Gruppenarbeit wurde erweitert um eine Tanzgruppe im Jahre 1977, 1979 mit einer Frühstücksrunde und einer Gymnastikgruppe. Ab 1982 gibt es eine Nachmittagsgruppe. Einmal wöchentlich treffen sich morgens in einem Bastelkreis Frauen, die für den Weihnachtsbasar zugunsten der 3. Welt arbeiten. Es gibt auch heute noch gute Gründe, Mitglied eines katholischen Frauenverbandes wie der KFD zu werden.

1. Persönliche Gründe
Weil eine Frau nicht nur Ehefrau, nicht nur Mutter, nicht nur Berufstätige ist. ln der Frauengemeinschaft wird sie nicht in einer begrenzten Rolle gesehen. Hier kann die Frau ihre ganze Persönlichkeit einbringen.
Weil sie sich in der Frauengemeinschaft ganz angenommen weiß und dort über ihre Belange offen sprechen kann.
Weil sie in dieser Gemeinschaft und durch diese Gemeinschaft Anregungen und Anstöße bekommt, sich zu engagieren, aktiv zu werden, anderen zu helfen.
Weil sie durch Vorträge, Diskussionen, Mitgliedszeitschrift und Schulungsangebote die Möglichkeit hat, sich im Kreis Gleichgesinnter und Gleichbetroffener zu informieren und weiterzubilden.

2. Kirchliche und religiöse Gründe
Weil sie hier ihren Glauben in einer Glaubens- und Gebetsgemeinschaft leben und entfalten kann.
Weil sie eigene und Glaubensfragen ihrer Kinder hier aussprechen und klären und ihr Glaubenswissen vertiefen kann.
Weil sie sich hier einer großen Frauengruppe innerhalb unserer Kirche anschließen und so auch in die Kirche hineinwirken kann.
Weil sie hier für Aufgaben in der Gemeinde, Katechese, Gottesdienst ausgerüstet werden kann.

Unsere Gemeinschaft zählt zur Zeit 618 Mitglieder, die von 31 Bezirkshelferinnen betreut werden. Den guten Besuch unserer Veranstaltungen und die Annahme unserer vielfältigen Angebote, die in den jeweiligen Jahresprogrammen näher erläutert sind, bewerten wir als Anerkennung für unsere Arbeit.

Was mancher nicht weiß, vielleicht aber wissen möchte

Die Seelenzahl der Gemeinde Herz-Jesu beträgt 4467, davon ungefähr 920 unter 15 Jahren, gut 1100 zwischen 15 und 30 Jahren, etwa 1750 zwischen 30 und 60 Jahren, um 400 zwischen 60 und 70 Jahren und um 300 über 70 Jahren, etwa 900 ist die Zahl der Kirchenbesucher. Gliedert man diese nach dem Alter auf, so ergibt sich folgendes Bild:

Alter % Alter %
unter 10 8,7 40 - 49 12,3
10 - 15 18,6 50 - 59 12,9
16 - 20 6,4 60 - 69 13,2
21 - 29 2,8 70 und älter 12,2
30 - 39 11

Die Zusammensetzung der Kirchenbesucher nach dem Geschlecht sieht etwa so aus: 61 % sind weiblichen Geschlechts. Nach der Berufstätigkeit setzt sich die Zahl der Kirchenbesucher wie folgt zusammen:

Beruf % Beruf %
Hausfrauen 19 Arbeiter 5,6
Selbständige 2 Rentner/Pens. 23,8
Beamte 2,2 in Ausbildung 33,1
Angestellte 11,9

Diese differenzierte Kirchenbesucherzählung ist dem ,,lnstltut für kirchliche Sozialforschung des Bistums Essen" entnommen.

Jugendarbeit in Herz Jesu (KJG)

Die Katholische Junge Gemeinde in unserer Pfarrei gibt es seit 1976. lhre Ziele sind, Kindern und Jugendlichen eine Begegnungsmöglichkeit zu schaffen, in der sie Freundschaften schließen, sinnvoll ihre Freizeit gestalten können und sich gegenseitig helfen, in die christliche Gemeinde hineinzuwachsen.
Unsere jetzige Jugendarbeit wurde aufgebaut auf dem, was 1969 durch Fr. Sieche und Herrn Kpl. Wietkamp wieder begann. Für Mädchen und Jungen wurden Gruppenstunden eingerichtet, die durchschnittlich von 12 bis 15 Gruppenleitern geführt wurden.
Weitere Angebote waren in diesen Jahren: Singekreis, lnstrumentenkreis, verschiedene Tanz- und Bastelkreise und religiöse Gesprächsabende. Zu den Höhepunkten eines Jahres zählten schon damals die Sternsängeraktion, Karneval und Adventfeiern, sowie die jährlichen Ferienfreizeiten mit durchschnittlich 100 Mädchen und Jungen. lm Jahre 1976 entschlossen sich dann die Mädchen und Jungen, gemeinsam der Katholischen Jungen Gemeinde beizutreten und ihre Aktionen und Angebote gemeinsamzu planen und zu gestalten. Schon im Gründungsjahr konnten wir eine Jugendwoche in Zusammenarbeit mit den Pfadfindern durchführen, die zu einem so großen Erfolg wurde, daß diese Aktion einen festen Platz in unserem Jahresprogramm einnimmt. Zu den festen Gruppen, die sich wöchentlich treffen, kam ein offenes Angebot in Form von Teestuben, Spielrunden, Tanzkursen, Diskotheken, Filmvorführungen und der Gründung eines Jugendchores hinzu.
lm Augenblick steht die Offene Jugendarbeit wieder auf dem Plan. Für die Kinder kam der KJG-Tag hinzu, an der die Kinder der Gruppen und ihre Freunde kochen, malen, tanzen, spielen und Gottesdienst gestalten und einen ganzen Tag miteinander leben können.
lm Augenblick steht eine große Fahrradtour auf dem Plan. - Wie sehr wir ein Teil unserer Gemeinde sind, spüren wir am besten, wenn das Pfarrfest vor der Tür steht und auch wir unsere Stände aufbauen und mit den Erwachsenen für ein gutes Gelingen mit sorgen können. Das Leben in unserem Jugendverband steht und fällt mit der Bereitschaft von Jugendlichen, für andere dazu sein, und ihre Freizeit und ldeen mit anderen zuteilen. (Christoph Böer)

DPSG

Nachdem im Jahre 1970 unter der Leitung von Klaus Laskowski und Kpl. W. Wietkamp sich die Stämme Herz Jesu und St. Clemens zum Stamm Sterkrade Mitte zusammengeschlossen hatten, wurde unser Stamm im Januar 1976 wieder zu neuem Leben erweckt. Der Stamm wurde in seinen ersten Stunden von einer Wölflingsmeute (Jungen im Alter von 8-10 Jahren), deren Leitung Martina Rademacher und Reiner Kommescher übernahmen, und einem Jungpfadfindertrupp (Jungen im Alter von 11-14 Jahren), deren Leitung bei Hans Bernd Lösken, Michael Pantenburg und Georg de Witt lag, getragen.
Die erste Aktion, die der wieder gegründete Stamm startete, war eine Winterf reizeit für Jungen, diese ist inzwischen zur Tradition geworden. Als Höhepunkte der Jahre sind wohl die Sommerläger zu nennen:
1976 in Frankenstein (Pfalz)
1977 in Irland (Internationales Pfadfindertreffen)
1978 in Wiesemscheid (Eifel)
1979 in Schillig an der Nordsee
1980 in Waldhäusern (Bayerischer Wald) und Wanderlager auf Sardinien (ltalien)
1981 in Vianden (Luxemburg)
Aber als Grundlage unserer Arbeit betrachten wir, trolz aller herausragenden Ereignisse, nach wie vor die kontinuierliche Gruppenarbeit in der wöchentlichen Gruppenstunde. Zur Zeit sind die Gruppenstunden:
für Wölflinge Jungen im Alter von 8-11 Jahren
für Jungpfadfinder Jungen im Alter von 11-14 Jahren
für Rover Jungen im Alter von 17-18 Jahren am Montag um 19.30 Uhr. (Georg de Witt)

12 Jahre Ferienfreizeiten für Mädchen

Es begann im Jahr
1969 in Rhode/Sauerland mit 36 Mädchen
1971 in Nierau/Tirol mit 47 Mädchen
1972 in Innichen/Italien, Dolomiten mit 51 Mädchen
1974 in Obertauern/Österreich Felser Alm mit 49 Mädchen
1975 in Obertauern/Österreich Felser Alm mit 50 Mädchen
1976 in Ameland/Holland Haus Apollo mit 82 Personen
1977 in Hinterglemm/Österreich Haus Blaicken mit 85 Personen
1978 in Hinterglemm/Österreich Haus Blaicken mit 81 Personen
1979 n Oberau-Wildschönau/Tirol Haus Marchfeld mit 53 Personen
1980 in St. Peter, Südtirol/Italien mit 42 Personen
1981 in Passau mit 56 Personen
1982 in Ladis/Tirol mit 50 Personen

Der Pfarrgemeinderat

Obere Reihe: Friedhelm Kölzer, Norbert Hülsken, Gregor Bauer, Johannes Reidick, Helnz Fahnenbruck, Wilhelm Flöttl, Herbert Eul, Heinz Rentmeister
Untere Reihe: Karola Eul, Maria Sieche, Pfr. Paul Heitvogt, Ursula Wiedemann,
Gabriele Kreyenberg

Das Zweite Vatikanische Konzil beschäftigte sich ausführlich mit der Stellung der Laien in Kirche, Staat und Gesellschaft. Dabei wurde eine größere Mitverantwortung des Laien gefordert. lm Jahre 1968 wurden die ersten Pfarrgemeinderäte gegründet. Der jetzige Rendant Heinz Schneider war der 1. Pfarrgemeinderatsvorsitzende.
Am 14. März 1971 wurde der zweite Pfarrgemeinderat gewählt, dessen Vorsitzender Heinz Klaus war.
Am 5.10.1972 übernahm Herbert Eul den Vorsitz, der im Herbst 1974 wiederum als Vorsitzender gewählt wurde.
Gregor Bauer wurde im Herbst 1977 Pfarrgemeinderatsvorsitzender. Bisher waren die Pfarrgemeinderäte mit einer Amtszeit von jeweils drei Jahren tätig. Ab 31. Oktober 1979 beträgt die Amtszeit jeweils vier Jahre.
Derzeitiger Pfarrgemeinderatsvorsitzender ist Hans Reidick, der im Dezember 1981 gewählt wurde. ln §2 der Satzung über die Aufgaben des Pfarrgemeinderates, die unser Bischof am 1. Dezember 1976 verabschiedete, heißt es: ,,Der Pfarrgemeinderat dient dem Aufbau einer lebendigen Pfarrgemeinde und der Verwirklichung des Heils- und Weltauftrages der Kirche. Er hat in Fragen, die die Pfarrgemeinde betreffen, je nach Sachbereichen und unter Beachtung diözesaner Regelungen beratend oder beschließend mitzuwirken."

Der Kirchenvorstand

Es wird sicherlich von lnteresse sein, einmal nach den Aufgaben, Rechten und Pflichten des Kirchenvorstandes zu fragen.
Wirft man einen Blick in die Protokollbücher des Kirchenvorstandes, werden immer wieder folgende Punkte auf der Tagesordnung zu finden sein: Um- und Neubauten an Kirche und Seelsorgeeinrichtungen, Neuanschaffungen, Reparaturen, Einstellung und Entlassung von Angestellten etc.
Das wirft Probleme auf, die von den Mitgliedern des Kirchenvorstandes Kenntnisse auf bautechnischem, personellem, finanziellem und sicherlich auch auf juristischem Gebiet verlangen. Das sollte eine Gemeinde bei einer Kirchenvorstandswahl beachten, wozu sie alle drei Jahre aufgerufen wird. Denn nach diesem Zeitraum muß sich die Hälfte der Mitglieder zur Neuwahl stellen, damit die Arbeit des Kirchenvorstandes kontinuierlich fortgeführt werden kann. Alle sechs Jahre also müssen sich die Kirchenvorsteher neu zur Wahl stellen, wobei Wiederwahl möglich ist.

1. Kirchenvorstand
Obere Reihe: Hermann HÜttermann, Heinrich Brömmel, lgnatz Rüter, Wilhelm Pallast, Arnold Heinken, Theodor Flötgen, Theodor (Konrad) Viktor, Theodor Klasen
Untere Reihe: Johann Kleineberkenbusch, Johann Winschuh, Kpl. Thomas Brockmöller, Pfr. Bernhard lvering, Georg Flesch, Wilhelm Wübbels
Kirchenvorstand im Jubiläumsjahr
Obere Reihe: Herm.-Jos. Weber, Werner Lambertz, Heinz Schneider, Wolfgang Flesch
Untere Reihe: Otto Spielvogel, Wilhelm Diekmann, Paul Heitvogt, Rudolf Sievers

Unser Kirchenvorstand besteht aus dem Pfarrer der Gemeinde als dem Vorsitzenden, dem Kaplan und acht von der Gemeinde gewählten Mitgliedern. Da die Verwaltung des Kirchenvermögens mit umfangreichem Zahlungsverkehr verbunden ist, slnd diese Aufgaben einem Rendanten übertragen, der die Ordentlichen und Außerordentlichen Haushaltspläne erstellt und diese dem Kirchenvorstand zur Prüfung und Genehmigung vorlegt.
Derzeitiger Rendant ist Herr Heinz Schneider von der Erzbergerstraße. Verständlich, daß alle vermögenswirksamen Beschlüsse dem Bischöflichen Generalvikariat in Essen vorgelegt werden müssen, weil doch ein beträchtlicher Teil des Geldes, das der Kirchenvorstand für die Durchführung seiner Aufgaben benötigt, Kirchensteuergelder sind. Vielleicht dient diese kurze Darstellung einem wachsenden lnteresse innerhalb der Gemeinde.