Klausurtagung 2015

Papst Franziskus schreibt in seinem Apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium: "Die Kirche 'im Aufbruch' ist die Gemeinschaft der missionarischen Jünger, die die Initiative ergreifen, die sich einbringen, die begleiten, die Frucht bringen und feiern." EG 24

Doch wie ist dies in der Zukunft umzusetzen? Denn eine Rundumversorgung, wie es einmal war, ist nicht mehr möglich. Sowohl die Zahlen der vergangenen Jahren als auch die möglichen Zahlen für die Zukunft sprechen für sich. In unserer Pfarrei St. Clemens sind momentan 6 Priester an acht Kirchen (Stand 2014) tätig, wenn die Entwicklung so weiter geht, dann werden in ca. 10 Jahren nur 2-3 Priester im aktiven Dienst sein. Die Zahlen andere Berufsgruppen (Gemeindereferent(inn)en, Diakone, usw.) sehen ebenso dramatisch aus. Auch die Zahl der Ehrenamtler/innen, die sich in der Kirche engagieren, geht stetig zurück, ebenso die Anzahl der Katholiken. Eine Zahl macht die Auswirkungen deutlich: Ca. 8 % in der Pfarrei feiern den sonntäglichen Gottesdienst, 92% nicht.

Alles in allem, bringt diese Entwicklung nicht nur ein finanzielles Problem mit sich, sondern vor allen Dingen auch eine sehr große pastorale Herausforderung.

Die Weichen müssen neu gestellt werden. Die Lebenswirklichkeiten der Menschen hat sich sehr verändert. Die Kirche vorort wird sich dem stellen müssen.

Ehrenamt im Wandel

Am zweiten Tag führte Frau Sabine Köther (Caritasverband Oberhausen) die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Thema "Ehrenamt im Wandel" ein. Ein Überraschungsmoment bei der Einführung war, dass viele annahmen, dass die Bereitschaft, ehrenamtlich tätig zu sein, stark abnimmt. Doch genau Gegenteil ist der Fall. Allerdings ist das Ehrenamt nicht mehr nur auf die Kirche beschränkt, sondern sehr breit gefächert. Im Laufe der Einführung wurde allen auch deutlich, dass ehrenamtliche Tätigkeit heutzutage eher spezialisiert und zeitlich begrenzt ist. Die Bereitschaft, alles zu machen, nimmt stark ab. Auch der in Gemeinden oft gehörte Satz: "Wir müssen mehr junge Leute hinzuholen", bleibt immer mehr ungehört.

Ehrenamtliche Arbeit muss spezifiziert werden, d.h. genauer beschrieben und zeitlich begrenzt werden, ohne dass man das Gefühl bzw. auch die Angst haben muss, für immer und ewig diese Arbeit zu machen.

Im Anschluss an der Einführung und der Diskussion haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Art "Arbeitsplatzbeschreibung" für eine zeitlich begrenzte ehrenamtliche Aufgabe erstellt. Dies erforderte bei allen ein Umdenken.